Overlay

Mein faszinierendstes Kulturerlebnis: Kultur für alle bei der Fête de la Musique

Mein Name ist Tim Fangmeyer und ich bin der neue Prakikant bei livekritik.de! In den nächsten Monaten mache ich ein Praktikum in der Redaktion und wollte mich gleich mal vorstellen. Nach einem Germanisitikstudium in Kassel und den USA bin ich seit dem Sommer in Berlin. In meiner Freizeit trifft man mich auf Konzerten von „Battles“, im Kino beim neuen Film von Tom Tykwer oder, den neuen Roman von Sven Regener lesend, in den Cafés von Friedrichshain.

Damit Ihr mich ein wenig besser kennenlernt, möchte ich von meinen Erlebnissen während der Fête de la Musique in Berlin im Juni dieses Jahres berichten. Inspiriert ist der Beitrag von der Idee von Tanja Praske, die kulturinteressierte Blogger dazu aufruft, über ihr „faszinierendes Kulturerlebnis“ zu berichten. Wenn auch Ihr teilnehmen und über prägende Kulturerfahrungen auf livekritik.de oder Euren Blogs schreiben möchtet: Die Blogparade läuft noch bis zum 11. November 2013.

Die Fête de la Musique
Für mich und einen Freund begann unsere abwechslungsreiche musikalische Reise durch die Fête de la Musique im Görlitzer Park. Anstatt uns direkt in das Herz Kreuzbergs zu begeben, hatten wir beschlossen, den Tag in Ruhe im Grünen zu beginnen. Während wir unter blauem Himmel auf der Wiese saßen, wehten aus der Ferne bereits gedämpft die Akkorde einer E-Gitarre zu uns herüber – die ersten musikalischen Vorboten des Festivals. Nur wenige Minuten später schlenderte, unter den staunenden Blicken Parkgäste, eine schwer bepackte Gestalt an uns vorüber: Der Straßenmusiker, der eine gewisse Ähnlichkeit mit John Lennon nicht verleugnen konnte, trug einen großen Lautsprecher wie einen Armee-Rucksack auf dem Rücken. Aus diesem schallten die eben noch nur aus der Ferne wahrgenommenen Akkorde nun umso lauter. Erst auf den zweiten Blick erkannten wir, dass es sich bei dem Lautsprecher in Wirklichkeit um einen Verstärker handelte und der schwer tragende Künstler die Gitarre beim Gehen „live“ spielte. Mochte der Strom auch aus Batterien stammen, auf uns wirkte die Konstruktion aus Instrument und tragbarem Verstärker wie ein musikalisches Perpetuum mobile.

Straßenmusik in Kreuzberg und Neukölln
Auf dem anschließenden Weg durch Kreuzberg und Neukölln ist mir ein weiteres Bild in Erinnerung geblieben. Vor dem geöffneten Fenster eines Mietshauses in der Weserstraße funkelte uns der gold-glänzende Trichters eines Grammophons an. Im Vergleich mit der funktionell kühlen Ästhetik eines Apple-Produkts erschien mir der ausladende Trichter des Plattenspielers beinahe verschwenderisch. Nachdem nicht nur wir, sondern auch einige Radfahrer das auf einem wackeligen Holztisch stehende Gerät umringt hatten, trat stolz ein älterer Herr aus einer Haustür. Unter seinem Arm hatte er eine Schellack-Platte geklemmt. Das auf die Plattenhülle gedruckte Label „Die Deutsche Grammophon“ erinnerte mich an die Schallplattensammlung meiner Großmutter, die uns früher oft Hörspiele vorgespielt hatte. Genau wie damals ließen sich die auf der Schallplatte gespeicherten Signale erst durch fleißiges Kurbeln des Grammophons zum Leben erwecken. Zur Freude meines Besuchers und mir erklang schließlich Heinz Rühmanns Stimme aus den Tiefen des Trichters: „Ein Freund, ein guter Freund.“

Kultur im öffentlichen Raum
Wenn ich an die vielen Eindrücke der Fête de la Musique in diesen Sommer zurückdenke, entpuppt sich meine Erinnerung an das Festival als Blaupause für Berlin: Die Stadt als kultureller Begegnungsort. Dabei lebt sowohl die Fête de la Musique als auch im größeren Rahmen die Stadt Berlin von der Idee, Kunst in allen Variationen – egal ob Opernpremiere oder Straßentheater – in den öffentlichen Raum zu tragen und zu diskutieren. Mit meiner Arbeit als Praktikant bei livekritik.de möchte ich diese Idee weiter vorantreiben.

Tim Fangmeyer

© FETEBerlin

Kommentare

Lieber Tim,

Lieber Tim, merci beaucoup für Deinen Beitrag zur Blogparade - sehr schön! Vor allem hat es mir das Grammophon und der ältere Herr mit der Schellack-Platte und Heinz Rühmmann angetan - herrlich! Da hätte ich auch sehr gerne gestanden. Für Dein Praktikum wünsche ich dir alles Gute! Und ja, treibe die Idee mit Macht voran. Ich drücke dir die Daumen! Herzlich, Tanja Praske

Kommentar verfassen

Zuletzt aktive Livekritiker

  • AnneW
  • Tanja Piel
  • Iris Gutheil
  • Monique Siegert
  • Christin Buse
  • Konrad Kögler @ daskulturblog
  • Meerfreude
  • ChrisCross
  • A.-K. Iwersen
  • august14979
  • MartinDoeringer
  • Sarah Dickel
  • Tollwood
  • Altfriedland
  • Nicole Haarhoff
  • Marylennyfee Schmidt
  • Dresdner Kabarett Breschke und Schuch
  • Sarah Divkovic
  • Wilhelmine Molt
  • Napp Flaska
  • Zelli

Machen Sie mit

Für Freikarten und Kulturtipps

Machen Sie mit

Kultur erleben

  • Erhalten Sie Informationen zu Veranstaltungen, die Sie wirklich interessieren.
  • Austauschen mit anderen Livekritikern.
  • Gewinnen Sie Freikarten.
Jetzt kostenlos registrieren!