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Hat irgendjemand überhaupt einen Plan, was er tut? #TheaterimNetz

Herzlichen Dank an @kulturfritzen für die Blogparade #TheaterimNetz. Wir haben viele spannende Denkanstöße aus den bereits entstandenen Blogspots erhalten.

Um die Blogparade und vor allem das Thema Theater im Netz um weitere Aspekte zu bereichern, beschäftigen wir uns mit der Frage:

»Hat irgendjemand überhaupt einen Plan, was er tut?«

Gemeint ist: Haben die Theater/Museen/Konzertveranstalter eine strategische Ausrichtung ihrer Social Media Aktivitäten? Dazu muss man erst einmal schauen, was Social Media ist.

Und hier fängt auch schon das Chaos an. 

1. Was ist Social Media?

"Beschränken" wir uns mal auf Facebook, Twitter, Snapchat, Instagram und YouTube als relevante Social Media Kanäle. So zeigt sich bereits, dass Social Media ein Sammelbegriff für unterschiedliche Platformen ist, die sich stark unterscheiden. Eine Facebook Seite sollte anders bespielt werden, als ein Twitter Account, etc. 

2. Wo ist Social Media zuzuordnen?

Vereinfacht gefragt: Bin ich als Social Media Manager ein Teil der Öffentlichkeitsarbeit, bin ich im Marketing, bin ich in der Dramaturgie, bin ich Kurator, Archivar oder bin ich eine unabhängige Abteilung?

Je nachdem, in welcher Funktion man in einer Kultureinrichtung agiert, gibt es andere Ziele, die mit dem Account verfolgt werden.

Ein Beispiel: Stellen wir uns vor, ein Unternehmen beschließt, den Telefonservice in einen Twitteraccount umzubauchen.

Als Teil des Customer Relationshipmanagements bin ich als Twitterer nun Teil des Marketing. Meine Aufgabe ist es die Zufriedenheit der Besucher zu gewährleisten, Kritik wahrzunehmen und herauszufinden, wer die Kunden des Unternehmens sind.

Der Erfolg eines solchen Twitteraccounts ließe sich nicht in Followerzahlen messen, oder mittels der Reichweite seiner Tweets. Der Account müsste theoretisch auch niemandem folgen, er soll nicht die Veranstaltungen bewerben oder künstlerischen Content liefern. 

Viele Twitterer wären von einem solchen Account vermutlich enttäuscht. Kein Einblick hinter die Kulissen, kein exklusiver Content, etc. Und da kommen wir zur zweiten Krux: Ein Social Media Account vertritt das gesamte Unternehmen, vor allem bei Menschen außerhalt des Einzuggebietes. Ärgert man sich über den Account, ärgert man sich über das Theater. 

Jede Kulturinstitution muss ergo definieren, was sie per se erreichen möchte, und ob/wie und welcher Social Media Account dafür das richtige Instrument wäre. 

An dieser Stelle darf natürlich angezweifelt werden, ob die Transformation des Telefonsservices in einen Twitteraccount eine gute Idee wäre ;)

Bei fehlender Strategie

Kulturunternehmen, die bereits durch „klassische“ Kommunikationskanäle einer breiten Masse bekannt sind, haben es leichter, auch in den „neuen“ Medien eine bestimmte Reichweite zu generieren. 
Besucher des Unternehmens werden, sobald sie sich in einem neuen Medium befinden, nach Institutionen suchen, die sie bereits aus anderen Medien kennen. 
 
Leider führt das häufig zu einer Sättigung: Bekannte Unternehmen brauchen kein Alleinstellungsmerkmal für ihre Social Media Kanäle ausbauen, um ihre Inhalte - reichweitenstark - zu verbreiten. Dort werden häufig „mediumsfremde“ Inhalte einfach zweitverwertet. „Ich habe ein YouTube-Video mit Gefällt mir markiert“-Tweets sind in etwa so sinnvoll, wie Hashtags in Newslettern zu verwenden. 
 
Betrachtet man Social Media als Marketinginstrument, so muss die Social Media Strategie auch zur Gesamtkommunikation des Unternehmens passen. Social Media ist immer nur EIN Teil der Strategie. Wenn in der Marketing-Strategie die Möglichkeit der aktiven Teilnahme, beispielsweise durch Empfehlungsmarketing, besteht, können bestimmte Plattformen dieses Potential ausbauen.
 

 

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