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Die Kleistfesttage 2014 im Zeichen des Glücks

Jährlich im Oktober finden zu Ehren des in Frankfurt (Oder) geborenen Dramatikers Heinrich von Kleist die Kleist-Festtage statt. Bei den diesjährigen Festtagen vom 16. bis 19. Oktober drehte sich in den Theateraufführungen, Lesungen und Austellungen alles um das Thema "Glücksspiel". Wie schon in den Vorjahren wurde das viertägige Festival gemeinsam von der Frankfurter Messe- und Veranstaltungs-GmbH (Kleist-Forum) und dem Kleist-Museum organisiert. Livekritik.de war als Partner dabei.

"Die Kleistfesttage sind imagebildend für die Stadt Frankfurt (Oder). Wir haben dieses Jahr neue Wege beschritten, um möglichst vielen unserer Bürger die Gelegenheit zu geben, den Dichter Kleist anders, spielerisch und vielleicht zum ersten Mal für sich zu entdecken", sagt Georg Würffel, Abteilungsleiter "Stadtmarketing - Marketing - Events" der Messe und Veranstaltungs-GmbH der Stadt Frankfurt (Oder).

Wahrlich glücklich zeigte sich Michel Decar, der am Eröffnungsabend den Kleist-Förderpreis für junge Dramatik entgegen nehmen durfte. Sein Stück "Jenny Jannowitz" überzeugte die Juroren, den mit 7.500 Euro dotierten und mit einer Uraufführungsgarantie verbundenen Preis dem gebürtigen Augsburger zuteilwerden zu lassen. Damit setzte er sich gegen 154 Mitbewerber durch. In der Begründung der Jury heißt es: "Themen des modernen Alltags, wie Be- und Entschleunigung, Traum und Wirklichkeit finden in ‚Jenny Jannowitz‘ auf leichte und humorvolle Weise zu einer schlüssigen Form. Voller Spiellust spiegelt Michel Decar aus der Perspektive einer aus der Zeit gefallenen Figur den alltäglichen Arbeits- und Lebensrhythmus wider."

Jenny Jannowitz ist "virtuos"

Vor ausverkauften Rängen wurde Decars Stück im Anschluss an die Preisverleihung auf der Hinterbühne des Kleist-Forums in einer Kooperation der Ruhrfestspiele Recklinghausen mit dem Staatstheater Braunschweig aufgeführt. "Keine Ahnung wovon es handelt", sagte zuvor noch der Hamburger Dramaturg und Autor Andreas Marber in seiner Laudatio, "aber es ist virtuos."

Lesen Sie hier aktuelle Livekritiken zu "Jenny Jannowitz".

Der Weg zum Glück

Die Ausstellung "Würfel, Karten, Lotto", die am selben Tag im Kleist-Museum eröffnet wurde, setzte sich mit der Frage auseinander, wie man zu Zeiten Heinrich von Kleists dem Glücksspiel fröhnte. Wie sich die Werke Kleists und seiner Zeitgenossen in ihren Werken abbildeten, untersuchte man beim 4. Wissenschaftlichen Kolloqium am Freitag. Nach der Lesung mit dem wohlklingenden Titel "Der Weg zum Glück ist ausgeschildert" von Bettina von Kleist wurde eine Bühnenversion der berühmten Kleist-Novelle "Michael Kohlhaas" des Theater Lindenhof (Melchingen) vor ebenfalls ausverkauften Plätzen gezeigt.

Kleist on the road

Am Samstagabend wurde es experimentell. Das Kleist-Forum lud zur interaktiven LAN-Party "Kleist on the road", bei der Kleist-Texte vorgetragen wurden, ein DJ Musik spielte und Gamer sich von diesem Szenario für ihre virtuellen Welten inspirieren ließen, die sie live und auf eine Leinwand übertragen, innerhalb des Open-World-Games "Minecraft" erbauten. Im Anschluss traf man sich in der "Darstellbar" auf eine Runde Roulette, in der eigens für die Festtage aufgebauten Spielhallen-Installation.

"Hans im Glück" lautete der thematisch passende Titel der Abschlussaufführung des Festivals, selbst wenn in diesem Falle Bertolt Brecht und nicht Kleist die Feder führte. Alles in allem gelang den Organisatoren also ein "glückliches" Festival.

Kleist on the road: Minecraft
Kleist on the road: Performer und Gamer
Kleist on the road: Schlussapplaus

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